Kachelmann-Wetter-Extra – Meteorologe Marcus Kundisch mit einem Rückblick auf den Super-Regen

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Wieviel hats wo wirklich geregnet und was ging ab und was erlaube Pegel?

Bereits der Tanz in den Mai am 30.04. wurde verbreitet zum Regentanz. Das erste Maiwochenende hatte man sich dann in Süddeutschland wohl anders vorgestellt.
 
Anschließend regnete es sich im Süden richtig ein, dabei wurden amtliche Warnkriterien für Unwetter erreicht. Von unwetterartigem Dauerregen spricht man, wenn
– mehr als 40 mm in 12 Stunden oder
– mehr als 50 mm in 24 Stunden oder
– mehr als 60 mm in 48 Stunden oder
– mehr als 90 mm Regenmenge in 72 Stunden verzeichnet werden.
 
Ein paar Beispiele:
Zwischen Donnerstag 8 Uhr (Ortszeit) und Freitag 8 Uhr schüttete es in Baden-Württemberg auch schon recht ordentlich, an der Station Obersimonswald wurden 37,4 mm gemessen.
 
Vom 1. Mai 8 Uhr bis 2. Mai 8 Uhr goss es dermaßen unwetterartig, dass der Pegel des Oberrheins bis heute um 2 m anstieg; in Mainz wird der Höhepunkt übermorgen erwartet. Auch die Donau schwoll etwas an, bspw. in Ingolstadt von rund 2 m am Freitag auf 4 m heute. Dramatischer sind jedoch die kleinen Bäche und Flüsse, die aufgrund ihrer auch teils noch natürlichen Ufer schneller für unschöne Überschwemmungen sorgen.
Im Landkreis Ravensburg, an der Station Aulendorf-Haslach wurden in 24 Stunden 58,1 mm aufgezeichnet – Unwetter. Weit mehr als das fielen im Kurort Todtmoos im Südschwarzwald (700 m) über satte 69 mm, auf dem Feldberg/Schwarzwald gar 74,9 mm. Auch die sonstigen Regenmengen im Alpenvorland mit 20 bis 40 mm sind nicht zu verachten.
 
Die mehr als doppelt so große Regenmenge in Todtmoos und Feldberg im Gegensatz zur Umgebung hängt mit der „Staulage“ zusammen. Im bis zu 1.493 Meter hohen Schwarzwald bleiben die tiefen, dicken Regenwolken oft über mehrere Stunden hängen, sodass ganz viel ihres potenziell ausfällbaren Wassers eben ausfällt. Dort ist es normal, dass es mal zwei, drei Tage so viel regnet; mit den Überschwemmungen müssen dann allerdings die Täler ringsherum kämpfen, denn die kommen ja zweifellos von den (ober- und unterirdischen) Abflüssen der Berge.
 
Weiterhin wurde ebenfalls bis Sonntag 8 Uhr das Kriterium „Unwetter“ erfüllt, auf dem Feldberg gab’s nochmal 51,9 mm in 24 Stunden und bis heute Morgen (Montag) wiederum 18,8 mm… nach Adam Ries macht das stolze 174,5 mm Regen – schrieb der Flachland-Wetterkundisch… Im Bergland ist das keine Seltenheit, allerdings in vier Tagen mehr als die 142,8 mm, welche in Dresden bislang im laufenden Kalenderjahr in den ersten vier Monaten gemessen wurden.
 
In Konstanz ergab sich über das erste Mai-Wochenende eine Summe von 52,2 mm Regen – mehr als die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags für den ganzen Mai.

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